Die erste Sitzung vom 8.11.2016 liegt hinter mir. Vorläufiger Eindruck: es ist deutlich anders als in einem Stadtbezirksrat und weniger förmlich. Aber: Anders ist anders, nicht besser oder schlechter. Mir hat die Sitzung Spaß gemacht und ich glaube, dass sich mit den anderen politischen Vertreterinnen und Vertretern in diesem Gremium gut und sachorientiert zusammenarbeiten lässt. Das kompetente Verwaltungsteam dürfte ebenfalls sehr dazu beitragen.

Am spannendsten – von der Wahl des Ortsbürgermeisters und seiner Stellvertreterinnen einmal abgesehen – war der Bebauungplan „Ortsmitte“. Dankenswerterweise hat Herr Pastor Birth von der Christophorusgemeinde im Vorfeld noch auf die Forderungen der Bürgerstimme Isernhagen nach Sozialwohnungen reagiert und weitere Informationen zum Hintergrund verschickt. Die Sorge der Kirchengemeinde, mit Sozialwohnungen oder zumindest günstigem Wohnraum nicht genug zu erlösen, um am Ende den von ihr geforderten Teilbetrag zu einer Sanierung des Gemeindehauses beisteuern zu können, ist nachvollziehbar. Die Fläche erscheint mir für Geschosswohnungsbau auch nicht sonderlich gut geeignet. Trotzdem bleibt die Forderung nach Sozialwohnungen oder zumindest günstigem Wohnraum für Altwarmbüchen richtig – nur eben nicht an dieser Stelle und in dieser Konstellation.

Aber es gibt ja noch andere sinnvolle Vorgaben, die die Gemeinde im Bebauungsplan machen kann: Ich habe gemeinsam mit Ute Bobe das Thema Barriefreiheit in die Diskussion eingebracht. Denn: barrierearme Wohnungen sind kein Stolperstein, wenn es um möglichst hohe Erlöse geht. Barrierearme Wohnungen fehlen. Das sagen nicht nur Verbände, die Menschen mit Behinderungen vertreten, sondern zum Beispiel auch Baufinanzierer und Umfragen unter Bürgerinnen und Bürgern. Solcher Wohnraum ist daher besonders attraktiv und gut zu verkaufen bzw. zu vermieten. Barrierefreier Wohnraum ist Wohnraum für alle. Selbst Bauträger mit ihren Standard-Grundrissen bieten mittlerweile völlig selbstverständlich barrierefreie Doppelhaushälften an.  Ich habe mich daher für einen Anteil von 50% barrierefreier Wohneinheiten in Anlehnung an die NBauO ausgesprochen. Wenn es keine gerade Zahl von Wohneinheiten wird, natürlich auch entsprechend etwas weniger. Die Verwaltung wird nun prüfen, ob eine solche Festsetzung rechtssicher möglich ist. Der weitere Beratungsverlauf bleibt also abzuwarten.

Zu meiner Anfrage nach § 10 der Geschäftsordnung des Rates bezüglich der für die Zeit bis Dezember vorgesehenen Baumfällung an Kreisstraßen von der in Altwarmbüchen auch 7 Bäume betroffen sind wurde mir mitgeteilt, dass Ersatzpflanzungen vorgesehen sind. Immerhin. Jeder Baum, der verschwindet ist ein Verlust, aber wenn eine Rettung nicht möglich ist oder von der Verwaltung als nicht sinnvoll eingestuft wird, ist daran nichts zu machen. Damit kein falscher Eindruck entsteht: Die Verkehrssicherheit für Menschen geht vor. Hier  noch ein Literaturtipp zum Thema Bäume – es ist ja bald Weihnachten: Peter Wohlleben, Das geheime Leben der Bäume.

Die nächste Anfrage ist auch schon gestellt. Es geht um den „fertiggestellten“ Übergang vom Gehweg im Grünstreifen entlang des Blocksbergs zum Parkplatz am Stadtbahnendpunkt oder umgekehrt. Hier ist nun endlich ein Übergang ohne hohen Bordstein realisiert worden (siehe Bild). Die Gestaltung des Grünzugs wie überhaupt der Straßen und Wege im Baugebiet Wietzaue sind wirklich gelungen. Aber: warum wurden diese hässlichen rot-weißen Poller neben den recht schicken anderen Pollern gesetzt? Und: warum mitten im Weg? Das gilt zumindest für den Poller, der auf dem Bild recht dicht neben dem Baum zu sehen ist. Ich bin gespannt auf die Antwort.