Wenn ich die Zeiten abziehe, in denen ich im Urlaub war, bin ich jetzt ein gutes Jahr oder knapp 1.000km mit meinem Brommie (M6RD) unterwegs gewesen. Zeit für ein Zwischenfazit. Einen Namen hat es mitttlerweile auch: Alastair! Ich kann bisher sagen, dass ich den Kauf zu keiner Sekunde bereut habe: bei schönem Wetter geht es am Morgen mit dem Rad in die Bahn, dann werden ein paar Meter zum Büro zurückgelegt und dort wandert Alastair in den Schrank und wird eingeschlossen. Auf dem Rückweg wird dann gefahren. Es handelt sich dabei um circa 17 km, je nachdem wie ich fahre auch mal etwas mehr oder weniger. Der Großteil wird auf asphaltierten Strecken zurückgelegt, aber auch wassergebundene Decken und Waldwege sind dabei und stellen kein Problem dar. Auf die 6 Gänge würde ich bei der Strecke nicht verzichten wollen, obwohl alles weitgehend flach ist. De facto nutze ich 4 von 6 Gängen sehr regelmäßig. Das Falten hat bisher immer einwandfrei geklappt und geht wirklich schnell. Mit der Kette gab es dabei nie Probleme (anders als beim Birdy). Und die Mitnahme in der Bahn hat bisher auch immer super funktioniert.

Dunkelgrünes Brompton-Faltrad, das vorn mit einer Fahrradtasche beladen ist und an dem ein Paket auf dem Gepäckträger befestigt ist.

Alastair – vorn und hinten beladen

Was den Lenker angeht bin ich sehr glücklich, mich für den klassischen M-Lenker entschieden zu haben. Die aufrechte Sitzposition gefällt mir mittlerweile besser als die weiter nach vorn geneigte auf meinem großen Rad. Mit dem tieferen S-Lenker wäre ich im Nachhinein wohl nicht glücklich geworden – auch wenn das Rad damit natürlich noch mal etwas spritziger aussieht. Was sonstige Optionen angeht kann ich den Kauf des Trägerblocks nur empfehlen. Wenn es um den Gepäcktransport geht und eine Entscheidung zwischen Trägerblock und Gepäckträger zu treffen sein sollte, würde ich immer den Trägerblock nehmen. Aber am besten natürlich beides, weil das Rad mit Gepäckträger gefaltet besser steht als ohne und man manchmal vorn und hinten Dinge transportieren will. Auf dem Gepäckträger ist allerdings nicht so wahnsinnig viel Platz wie auf dem Bild auch zu erkennen ist. Das Paket hat mir Schwierigkeiten beim Treten bereitet. Die Tasche ist nicht von Brompton. Die original Brompton-Taschen waren mir ehrlichgesagt zu teuer und größtenteils zu klein und/oder zu hässlich. Alternativen gibt es im Netz. Zu nennen sind hier:

Hill & Ellis (Ledertaschen, edel aber teuer)

UPSO (Lkw-Planen-Taschen, eher sportlich)

Carradice (retro / old school)

Jane’s roll top Brompton bag (Schnittmuster und Anleitung zum Selbstbau, da habe ich mich aber noch nicht rangetraut)

Ich habe mich für den Originals City Folder M von  Carradice entschieden, weil die Tasche das größte Volumen (25L) aufweist, wasserdicht ist, Retro-Charme hat und in England handgefertigt wurde. Sie gehörte außerdem zu den günstigeren Optionen. Beim Bestellen von Nicht-Brompton-Taschen muss man sich in der Regel den Metallrahmen, auf den die Tasche gezogen wird und mit dem sie auf den Trägerblock gesteckt wird, extra dazukaufen. Bei großen Online-Shops wie z. B. SJS Cycles ist aber auch das kein Problem. Insgesamt war meine Tasche plus Rahmen immer noch günstiger als der T-Bag vom Brompton inklusive Rahmen. Brompton scheint aber registriert zu haben, dass es Bedarf an klassischen handgefertigten Taschen aus Tweed und Co. gibt und hat mit dem Game Bag auch so etwas auch im Angebot – allerdings zu einem recht exklusiven Preis…

Ob man den Nabendynamo oder ein Anstecklicht will ist eine Geschmacks- und Gewichtsfrage. Für mich persönlich gab es zum Nabendynamo keine Alternative, weil ich weiß, dass ich das Anstecklicht im Zweifel vergessen oder die Batterie nicht aufgeladen hätte. Das Geld für den SON-Dynamo habe ich allerdings nicht ausgeben wollen und mich für die „normale“ Shimano-Variante entschieden. Funktioniert wunderbar, auch wenn man von einer recht kleinen Lampe natürlich keine Wunder erwarten darf.

Gibt es auch Ärgernisse? Ja, ganze zwei. Zum einen waren am Gepäckträger die Rollen falsch montiert, wodurch das Rad weniger stabil stand. Bei meiner ersten Bahnfahrt – ich habe an einer sehr ruckeligen Stelle kurz vor dem Ausstieg aber auch nicht aufgepasst – ist es mir deshalb umgekippt und hatte prompt seinen ersten Kratzer in der Lenksäule. Dieser ließ sich zum Glück weitgehend „auspolieren“. Die Rollen wurden dann bei Pro-Rad sofort richtig montiert. Zum anderen war das Rad im letzten Herbst von einem Rückruf betroffen, von dem ich nur erfahren habe, weil ein aufmerksamer Leser dieses Blogs mir eine E-Mail geschrieben und mich darauf hingewiesen hat. Von Brompton kam keine E-Mail, obwohl meine Registrierung vollständig war und alle notwendigen Häkchen gesetzt waren. Man konnte auf der Homepage durch Eingabe der Seriennummer dann aber leicht rausfinden, ob man betroffen ist oder nicht. Ich war betroffen. Der Austausch des Tretlagers wurde zügig und selbstverständlich kostenfrei durchgeführt. Es handelte sich auch eher um ein potentielles Problem, das mit dem Rückruf ganz sicher ausgeschlossen werden sollte. In diesem Frühjahr habe ich dann doch noch eine entsprechende Mail von Brompton bekommen. Ich verbuche das mal unter: es gab wohl technische Probleme.