Ich habe in den letzten Wochen den „Rausputz“ Revue passieren zu lassen und geschaut was andere so machen. Ein paar Gedanken dazu will ich nun hier festhalten. Um es vorwegzunehmen: Für mich ist die Aktion tot. Aber es gäbe Alternativen…

Am 18. März hieß es – wie seit einigen Jahren in schöner Regelmäßigkeit – wieder „Altwarmbüchen putzt sich raus“. Die HAZ hat darüber berichtet. Neben Teilen des Ortsrates waren die Freiwillige Feuerwehr und vor allem die Feuerwehrjugend sowie Hanno Bähre-Voltmer mit seinem Traktor anwesend und: eine Privatperson. Klar es war kalt und die Schneereste haben das Erspähen von die Landschaft geworfenem Müll nicht erleichtert, aber es war auch wunderbar sonnig und eigentlich ganz schön, wenn man sich ein bisschen bewegt hat. Das schienen sich durchaus einige zu denken. Denn: in schöner Regelmäßigkeit kamen Menschen zum Spazierengehen oder Joggen am Altwarmbüchener See beim TUS vorbei.

Insbesondere das stetige Engagement der Feuerwehr und von Hanno Bähre-Voltmer kann man nicht hoch genug loben, aber trotzdem: am Ende bleibt ein schales Gefühl. Übriggebliebene Suppen und Kuchenstücke wurden zwar verteilt, so dass zumindest nichts weggeworfen werden musste und ein paar Säcke voll Müll und ein Schrottfahrrad wurden auch eingesammelt, aber letztlich hat neben „den üblichen Verdächtigen“ und Institutionen quasi keiner mitgemacht. Wenn man ehrlich ist, war die Beteiligung aus dem Ort in den letzten Jahren auch nicht sonderlich beeindruckend.

Ich frage mich woran das liegt. Wenn ich überlege wie es damals in Hannover mit der „Aktion saubere Eilenriede“ angefangen hat: Mit selbstgemachten Müllpiekern und Säcken ausgerüstet haben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Spaß durch den Stadtwald gesammelt und kamen schließlich in Kleefeld am Zielpunkt an. Dort gab es eine kleine Abschlussveranstaltung, eine Brosche für die fleißigen Sammlerinnen und Sammler und Suppe. In den 1980ern eine runde Sache. Die Umwidmung in den „Großen Rausputz“ / „XY ist putzmunter“ / „XY putzt sich raus“ war dann der Versuch, dass Sammelgebiet zu vergrößern, dabei fehlte aber – zumindest in meiner Erinnerung – ein verbindendes Element am Ende.

Nichts desto trotz: in Hannover gibt es einen Aktionszeitraum für Schulen und einen Termin für Privatpersonen und Gruppen. Dort kann man auch heutzutage quasi vor seiner Haustür lossammeln. In den Umlandkommunen verbieten das die Spielregeln von aha. Denn: Gesammelt werden darf dort nur außerhalb geschlossener Ortschaften. Damit bleiben in Altwarmbüchen das Gebiet am See, Teile der K114 und die Feldmark. Der Ort an sich hätte es ja auch durchaus nötig. Und vielleicht ist die eigene Straße den Menschen näher als der See oder die Feldmark.

In ihrer jetzigen Form ist die Aktion für mich im Umland daher tot. Könnte man das ändern? Ich meine ja. Entweder muss bei aha Druck gemacht werden, regionsweit nach einheitlichen Regeln zu sammeln. Oder: Der Ortsrat Altwarmbüchen oder gern auch die gesamte Gemeinde lösen sich für die Aktion von aha. Die Städte Langenhagen und Burgwedel haben es uns gerade vorgemacht (siehe HAZ-Artikel 1 und HAZ-Artikel 2).

Eine Einzelaktion in Altwarmbüchen oder Isernhagen, ginge das denn? Säcke könnte der Bauhof stellen oder vom Ortsrat besorgt werden. Diese könnten mit einem Aufkleber versehen und gemeinsam mit einem Gewinncoupon bei REWE, Penny und ALDI und ggf. anderen Gewerbetreibenden ausgegeben werden. Wer seinen vollgesammelten Sack abliefert, kann den Gewinncoupon in eine Losbox einwerfen. Gebraucht wird dann natürlich ein Sponsor für einen Gewinn, aber der würde sich wohl finden lassen.

Die Schulen könnten einbezogen werden und – wie im Stadtgebiet – eine Woche lang sammeln. Auch dafür müsste allerdings der Ortsrat – das ist jetzt die Selbstkritik – deutlich früher und markanter für die Aktion werben. Für Familien und Kleingruppen sollte es meiner Meinung nach weiterhin ein einzelner Tag an einem Wochenende sein. Die Bewirtung am Zielpunkt könnte der Ortsrat in bewährter Weise leisten. Bliebe noch das Problem der Müllabholung am zentralen Endpunkt der Aktion. Auch das könnte der Bauhof – wie jetzt aha – am folgenden Werktag wohl hinkriegen. Es käme auf einen Versuch an…